Wenn man die Spiritualität eines Heiligen
studiert, nimmt man teil an der Erleuchtung, die ihm Gott gegeben hat, um das
Geheimnis Christi zu leben. Deshalb ist dies sicher ein hilfreiches Kapitel für
uns alle.
Natürlich ist die Spiritualität von
Pater Félix keine andere als die Spiritualität vom Kreuz, d.h. die Nachfolge
Christi als Priester des Vaters, der sich selbst hingibt zur Rettung der
Menschen. Deshalb sprechen wir nicht über das Kennenlernen einer Spiritualität,
die sich von den Werken des Kreuzes unterscheidet, sondern vielmehr um sie mit
Hilfe eines konkreten Beispiels von jemanden, der sie gelebt hat in einem
einfachen alltäglichen Leben, wie das unsere, zu verstehen.
Der Kern der Spiritualität von Pater
Félix ist seine Liebe und seine Hingabe zu jeder der drei göttlichen Personen.
Denn das Ziel der Spiritualität vom Kreuz ist Gott der Vater, dem wir ständig
zwei Gaben darbringen: die vorrangigste, welche Christus ist, und mit ihm uns
selber, angetrieben vom Hl. Geist, durch den sich Jesus selbst ständig dem
ewigen Vater darbrachte.
In diesem Kapitel bringen wir Auszüge
aus den Schriften von P. Félix über die Hingabe an die Heiligste Dreifaltigkeit
und besonders an den ewigen Vater.
„Die wichtigste Eigenschaft eines
Missionars vom Hl. Geist ist seine große Hingabe an die Dreifaltigkeit, zu
jeder der göttlichen Personen.“[1]
„Ich habe gerade zwei Monate bei den
Novizen verbracht und habe ihnen jeden Tag die Morgenmeditation gehalten. Ich
hob die Hingabe hervor, die vor allem für unsere Kongregation charakteristisch
ist: die Hingabe an die Heiligste Dreifaltigkeit, zu jeder der drei göttlichen
Personen“.[2]
„Ich möchte den Vater, das Wort und
den Hl. Geist lieben mit meiner ganzen Seele und dafür sorgen, dass jeder diese
göttlichen Personen liebt. Möchte doch meine Liebe für Dich, oh Allerheiligste
Dreifaltigkeit, jeden Augenblick wachsen und mein einziger Lohn sei, dich mehr
zu lieben.“[3]
„Es ist wahr, dass die drei
göttlichen Personen untrennbar sind, aber sie sind wirklich verschiedene
Personen, unendlich verschieden, weil in Gott alles unendlich ist. Der Vater
ist der Anfang, Er, der ewig den Sohn zeugt. Der Sohn ist derjenige, der das
Leben vom Vater vor aller Ewigkeit empfängt und Ihn mit unendlicher Liebe liebt
und vom Vater die gleiche unendliche Liebe empfängt. Der Hl. Geist ist diese
Liebe, die von Ewigkeit aus dem Vater und aus dem Sohn hervorgeht. Der Hl.
Geist ist eine Person, wie der Vater und der Sohn. Wenn Gott Einer wäre und
keine Dreifaltigkeit , wäre er für immer allein, weil er niemals göttliche
Liebe in aller Fülle geben oder empfangen könnte. Geschöpfe könnten seine
Einsamkeit nicht zerstreuen, weil alle Wesen, die nicht Gott sind, unendlich
ferne von Gott sind.“[4]
„In liebender Aufmerksamkeit Gott zu
begegnen, ist Gott zu lieben, es ist eine starke Leidenschaft, die weder den
Vater, noch den Sohn, noch den Hl. Geist vergessen kann.“[5]
„Das Leben eines Missionars heißt
unseren geliebten Jesus nachahmen, mit Ihm im Vater zu leben: ‚Ich bin im Vater
und der Vater in mir’“.[6]
„In Vereinigung mit Jesus zum Vater
zu gehen durch die Eingebung/den Antrieb des Hl. Geistes ist das Zentrum
unseres ganzen spirituellen Lebens. Aber verlieren wir nicht die Sicht auf die
Tatsache, dass es der Vater ist, der uns zuerst zu Jesus führt: ’Niemand kommt
zu mir, wenn ihn nicht der Vater zu mir bringt.’“[7]
„Deshalb vereinigt uns unsere Hingabe
an den Vater mehr und mehr mit Jesus durch das Geschenk seines Geistes. Wie
Jesus lasst uns ständig wiederholen: ‚Ich liebe meinen Vater’ (Joh. 5, 20 und
12, 50) Die Zeitgenossen Jesu sahen nur das Äußere: den Arbeiter, der unter
ihnen arbeitete, der unter Müdigkeit litt, unter Hunger und Durst wie
jedermann. Aber Jesus war immer mit dem Vater verbunden, immer ruhig,
unbeschreiblich glücklich in seiner Liebe. Hier haben wir das perfekte Abbild,
wie ein Missionar vom Hl. Geist sein sollte.“[8]
„Das große Geheimnis Heilige zu
werden, ist in diesen Worten unseres geliebten Lehrers verborgen: ‚Wenn mich
jemand liebt, wird mein Vater ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei
ihm Wohnung nehmen’“ (Joh. 14, 23) „So sind wir der Tempel des lebendigen Gottes“.
(Kor. 6,16) Und ich bin überzeugt, dass die Tatsache, dass die drei göttlichen
Personen in uns leben, das zentrale, fundamentale Dogma ist, von dem wir uns zu
allen Zeiten ernähren müssen. Deswegen sagte Sr. Isabel von der Dreifaltigkeit
in aller Wahrheit: „Seit ich das große Geheimnis gefunden habe, seit ich
erkannt habe, dass die Worte Christi und des Hl. Paulus über Gott in uns
wörtlich zu verstehen sind, weil sie Wirklichkeit sind, seitdem habe ich diese
Wirklichkeit zum Zentrum meines Lebens gemacht.“
„Lasst uns alle diese Wirklichkeit
zum Zentrum unseres Lebens machen. Deshalb habe ich das im Noviziat tausendmal
gepredigt und das ist es, was liebende Aufmerksamkeit bedeutet. Dies ist das
Wesen kontemplativen Lebens, von dem wir uns nie trennen sollten, selbst
inmitten der intensivsten apostolischen Tätigkeit.“
„Arbeitet daran, bewusst die aktive
Gegenwart dieser drei göttlichen Personen in euch wahrzunehmen.“[9]
„Meine Tochter, du bist nie allein.
Wenn dich die Versuchung, dass du alleine bist, überwältigt, denke daran, dass
dies nur deine Einbildung ist, weil es falsch ist. Es ist eine
Glaubenswahrheit, dass die drei göttlichen Personen in allen Seelen wohnen, die
sich in der Gnade Gottes befinden. Jesus versichert uns dies: “Wenn jemand mich
liebt, wird ihn mein Vater lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm
wohnen.“ (Joh. 14, 23). Das sind die Worte unseres Herrn. Sie gehören zu den
trostvollsten Worten, die er uns gesagt hat und sie sind im Evangelium
niedergeschrieben.“[10]
„Dankt dem geliebten Vater für so
viele Gaben. Er sandte Jesus zu uns und er sandte uns den Hl. Geist (Joh. 14,
24 und 16). Wir verdanken alles dem Vater, den wir hier in der Welt nie so
lieben wie wir sollten. Er gab uns auch Maria, unsere Mutter. Und er gab uns
das Geschenk unserer Berufung und mit ihr so viele andere Gaben.“
„Oh Vater, Guter Vater, Heiliger
Vater, Barmherziger Vater, Ewiger Vater, Himmlischer Vater, Vater, von dem
alles Gute kommt, Vater, von dem alle Vaterschaft kommt, Vater Jesu Christi,
geliebtester Vater, unser Vater, gib, dass wir, deine Kinder, dich
leidenschaftlich lieben.“[11]
„Ich wünsche und erbitte von Jesus,
für meine Söhne und für mich: Dass wir den göttlichen Vater wahrhaft lieben. So
wie er ihn liebte, ohne Maß und bis zum Kreuz.“[12]
„Nur Jesus kann uns lehren, was der
Vater für uns ist und was wir für ihn sind. Aber die christliche Offenbarung
über unsere Verbindung zum Vater ist zusammengefasst in diesem Namen, den ihm
Jesus gibt: ‚Er ist mein Vater und euer Vater’ (Joh, 20,17) Er, der das Wort
von Ewigkeit her gezeugt hat, der Vater Jesu Christi, ist auch unser Vater.“[13]
„Nach dem Essen besuchte ich
Conchita, die sehr krank ist. Sie leidet unter starken anhaltenden Schmerzen.
Ich würde sagen ‚grausam’, aber nichts ist grausam, weil alles von unserem
Vater kommt, und besonders für die, die Gott dienen. Er ist der Vater, der
unendlich aufmerksam gegenüber jedes seiner Kinder ist und alles zu unserem
Guten tut, obwohl wir es manchmal nicht verstehen, aber wir sind uns dessen
sicher und das ist der größte Trost in unserem Kummer.“[14]
“Jeden Tag, der vorübergeht, fühle
ich mich mehr vom Vater angezogen. Und das ist schon lange Zeit so. Ich glaube,
so werde ich Jesus ähnlich.“
„Ich habe keinen Zweifel, dass es der
Hl. Geist ist, der mich mehr und mehr zum göttlichen Vater hinzieht, weil es
der Hl. Geist ist, der jeden von uns, Schritt für Schritt, zu einem Abbild Jesu
macht.“[15]
„Der Vater ist Leben, Sanftmut,
Barmherzigkeit, Vergebung, Versprechen. Seine Vaterschaft umarmt alle. Gehen
wir zum Vater, dem Vater Jesu und unserem Vater. Es ist unmöglich, den Vater
anzurufen, ohne einen Überfluss an geistlichen Gaben zu erhalten, weil er der
Anfang und der Ursprung jeder Gabe ist, im Himmel und auf Erden.“[16]
Eines Tages fragte ein Novize P.
Félix: „Warum schreiben Sie kein Buch über die Verehrung des Vaters für uns?
Auf diese Weise hätten wir ein Schreiben über all das, was Sie uns darüber
gepredigt haben und was Sie am wichtigsten halten...“ Pater Félix antwortete: „Das ist nicht
notwendig, mein Sohn, dieses Buch ist bereits geschrieben, es ist das
Evangelium.“
Und wie wahr ist das! Das erste von
Jesus übermittelte Wort spricht vom Vater: „Warum habt ihr mich gesucht?
Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ (Lk. 2,
49) Er sagte zu seinen Jüngern: „Meine Speise ist es, den Willen meines Vater
zu tun und das zu tun, was er mir aufgetragen hat.“ (Joh 4, 34)
Und bei einer anderen Gelegenheit
sagte Jesus, sein Leben zusammenfassend: „Ich tue immer das, was meinem Vater
gefällt.“ (Joh, 8, 38) Immer, wenn er betete, richtete er sich an den Vater und
das einzige Gebet, das er uns lehrte, war das Vaterunser. (Mt. 6, 9)
Beim letzten Abendmahl mit seinen
Jüngern betete er lange zum Vater und dann sagte er zu ihnen: „...aber die Welt
soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater
aufgetragen hat. Steht auf, wir wollen weggehen von hier“ (Joh. 14, 31). Und er
führte sie zu dem Ort, wo er gefangengenommen und dem Tod ausgeliefert wurde.
Am Ölberg betete er wieder zum Vater: „Vater, alles ist dir möglich. Nimm
diesen Kelch von mir! Aber nicht was ich will, sondern was du willst soll
geschehen“ (Mk 14, 36). Und seine letzten Worte auf Erden, sein letzter
Gedanke, seine letzte Liebestat war für den Vater: „Vater, in deine Hände
befehle ich meinen Geist“ (Lk. 23, 46)
„Können wir uns wirklich Jünger
Jesu nennen, wenn unsere Liebe nicht für
den Vater ist? Und brauchen wir wirklich noch ein anderes Buch neben dem
Evangelium, um diese Wahrheit zu erkennen?“
„Mit großem Eifer begann ich heute zu
beten und sofort hüllte mich die Gegenwart des Vaters in eine Atmosphäre der
Freude ein. Und ich verstand, dass sein Blick Liebe ist und mein Gebet, mein
liebender Blick eine Antwort auf seinen war. Blick für Blick und Liebe für
Liebe, ein Austausch der Blicke und der Liebe! Oh, vielgeliebter Vater! Ich
verspreche, meine Augen nur noch auf dich zu richten und dich als meinen
einzigen Besitz zu haben... ich verspreche, dich wegen allem um Rat zu fragen
und immer deinen Willen zu tun mit all meiner Liebe.“[17]
„Liebende Aufmerksamkeit besteht
darin, auf Gott, unseren Vater zu schauen. Aber wenn wir auf ihn schauen,
schaut er auch auf uns; und heute möchte ich euch gerne etwas über diesen Blick
des Vaters schreiben:
„Dieser Blick war immer auf mich
gerichtet, weil es der Blick Gottes ist und dieser wird in Ewigkeit auf mir
ruhen. Dieser Blick erfüllt mich mit Freude, innerer Kraft und Vertrauen, gibt
mir Stärke und trägt mich. Er sagt: Liebe! Komm! Steige zu mir herauf und rede
mit mir, weil du mein geliebter Sohn bist! Zu anderer Zeit sagt er: Sei
demütig, sei klein vor mir. Und er lädt mich ein, begleitet mich und lässt mich
nie allein. Dieser Blick ist mein Himmel auf Erden: er wärmt mich, er erfrischt
mich, er gibt mir Leben, er tötet und erweckt mich zugleich. Es ist der Blick
von Gott selbst, der mich aus dieser Welt herausnimmt und meine Seele in seine
Nachfolge zieht. Und wenn ich kleinen Versuchungen nachgebe, sticht mich dieser
Blick wie ein Dorn und macht mich rein, weil er Liebe ist. Und meine Seele ist
dem Herzen Gottes näher als zuvor, er will mich ganz besitzen. Oh Blick des
Vaters, Blick der Liebe, wende dich nicht ab von mir und meinen Brüdern! Mach
uns rein, liebevoll, glücklich und heilig!“[18]
Pater Félix schrieb auch diese
Gedanken, mit denen wir dieses Kapitel schließen wollen: „Ich gebe mich in
deine Gegenwart, vielgeliebter Vater, und ich sah diesen ewigen Fluss. Sah ich
ihn? Oder war es meine Einbildung? Warst du es? Die Quelle des Göttlichen? Ich
möchte ganz Dein sein und Dich leidenschaftlich lieben in Zeit und Ewigkeit;
weil ich ein Tropfen dieses Flusses bin... weil ich in Wahrheit Dein Sohn bin,
nicht wahr, Vater?“[19]
„Ich begann mein Gebet wie immer:
Vielgeliebter Vater, ich bete dich an, ich bete dich an und ich liebe dich,
aber dann fühlte ich mich von allen Seiten umgeben und konnte nur noch sagen:
Du, Du, Du... und ich war so vollkommen glücklich und das Du wandelte sich in
Dein... und meine Hingabe war vollkommen...“[20]
„Ich begann meine Stunde der Anbetung
mit gutem Willen, dem Vater meiner Seele, der Liebe meines Lebens, meinem
vielgeliebten Vater gewidmet. Aber viele Zerstreuungen kamen über mich. Ich bat
meinen geliebten Vater, mich ganz zu eigen zu nehmen und ich sagte ihm, dass
beides – ein Wollen und ein Nichtwollen in mir sind... Mit Zerstreuung und
allem vollendete ich meine Stunde. Gelobt sei Gott!“[21]
„Es lag mir viel daran, zu meinem
geliebten Vater zu gehen, aber ich war bis 10 Uhr morgens nicht frei. Die Liebe
zu meinen Brüdern zwang mich meine „Stunde der Liebe“ eine Stunde
zurückzustellen. Ich ließ alle meine Post liegen und stehen, obwohl sie
dringend war. Zuerst kommt Mein Vater. Er wird später alles für mich richten.“
„Vor meinem Vater vereinigte ich mich
im Geist mit allen Männern und Frauen in der Welt und im Namen all seiner
Kinder sagte ich zu ihm: Vielgeliebter Vater, ich bete Dich an, ich liebe Dich,
ich bitte Dich um Vergebung... heile mich, erleuchte mich, bring mich zu Jesus,
weil nur Du es kannst.“[22]
„Die Arbeit des Tages war
ermüdend. Ich schlief ein wenig und dann um 11 Uhr abends begann ich mein Gebet
zu meinem geliebten Vater, mit allem guten Willen... Dann schlief ich wieder
ein bis nach Mitternacht. Ich schämte mich über meine Trägheit... Ich hätte
nicht schlafen gehen sollen; das wenigstens wäre ein Akt der Liebe gegenüber
meinem vielgeliebten Vater gewesen. Das will ich das nächste Mal tun.“[23]
„Vater verzeih mir! Du kennst mein
armseliges Leben... viel schlimmer als armselig. Vergib mir! Ich habe so viele
Fehler ... vom Kleinsten bis zum Größten. Vergib so viele Sünden, so viele
Unterlassungen und dem Missbrauch Deiner Gnade. Vergib so viel Vergesslichkeit
und so viel Kälte. Ich will nicht so sein, nein! Ich möchte ganz tief in Dir
leben. Aber zuerst Deine Vergebung. Oh Vater, vergib mir und reinige mich! Dein Fèlix.[24]
Im vorhergehenden Kapitel sahen wir,
wie Gott Vater, die erste Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Kern
der Spiritualität von P. Félix ist, welche keine andere als die Spiritualität
Christi, dem Priester des Vaters und der Opfergabe an den Vater, ist.
Betrachten wir nun, wie das
fleischgewordene Wort, der ewige Sohn des Vaters, von Maria geboren, in
vollkommener Einheit in die Spiritualität von P. Félix einbezogen ist.
Jesus sagt uns: „Niemand kennt den
Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ (Mt. 11,27) „Ich
bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch
mich.“ (Joh. 14.6). „Niemand hat den Vater je gesehen. Der einzige Sohn, der
Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh. 1, 18)
„Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist, nur er hat den
Vater gesehen.“ (Joh. 6, 46)
Wir können nicht von Liebe und
Hingabe zum Vater sprechen und den Sohn außer Acht lassen. Der Sohn ist der
einzige Weg, der zu Ihm führt, er ist der einzige, der den Vater kennt, der
einzige, der Ihn uns enthüllen kann.
Andererseits, wenn Jesus derjenige
ist, der den Vater kennt, wer anders könnte ein besseres Beispiel der Liebe und
Hingabe an diesen Vater sein? Wenn er der einzige natürliche Sohn ist, wer
könnte uns besser lehren, wahrhaft Seine Söhne zu sein?
Und schließlich, wenn wir Kinder des
Vaters sind, dann deshalb, weil wir am gleichen göttlichen Leben des Sohnes
teilhaben: „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer... ich
bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man
sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.“ (Joh. 15, 1-6)
Unsere spirituelle Vereinigung mit
Jesus, weil wir ihm geglaubt haben und weil wir ihn mit unserem ganzen Wesen
angenommen haben gibt uns das Recht, Kinder Gottes zu sein mit Ihm und wie Er.
„Denen, die ihn angenommen haben und ihm geglaubt haben, gab er das Recht,
Kinder Gottes zu werden. Und sie sind Kinder Gottes, die nicht aus dem Willen
des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ (Joh. 1, 12)
Die biblischen Texte, die
ich zitiert habe, zeigen sehr klar die Einheit, die zwischen unserer
Verbundenheit mit dem Vater und unserer Verbundenheit mit dem Sohn bestehen.
Sie ist zu vergleichen mit dem Weg und dessen Ziel, dem Fluss und dessen
Quelle, einem Versprechen und dessen Bedingung. Es ist die Wesenseinheit
zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Hl. Geist.
Sehen wir uns nun einige ausgewählte
wichtige Texte aus den Briefen und Schriften von P. Félix an:
„Lasst uns jubeln im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, in dem unser
Heil, unser Leben, unsere Auferstehung liegt!“
Wenn wir sagen „das Kreuz“ müssen wir darunter „Jesus, den Gekreuzigten“ verstehen. Wir jubeln, weil er uns durch seine Kreuzigung gerettet und erlöst hat, für uns alle Gnaden erreicht hat und ewiges Leben. Wir haben all dies dank Jesus, der für uns gekreuzigt wurde und wir jubeln heute mit Dankbarkeit und Liebe, wenn wir betrachten, was Jesus für uns getan hat. Er liebte mich und gab sein Leben für mich hin“ (Gal. 2, 20).[25]
„Möge das kostbare Blut unseres Herrn Jesus Christus unsere Seelen reinigen und unaufhörlich waschen, weil es ein göttlicher Strom ist, der unaufhörlich durch die Kirche fließt, um unsere Sünden abzuwaschen und uns allen göttliches Leben zu geben. Ich möchte, dass ihr eine starke Hingabe zum kostbaren Blut Christi habt. Wir sagen ‚kostbar’ weil sein ‚Preis’ unendlich ist.“
„Ich glaube, dass ich nie die
Gelegenheit hatte zu euch darüber zu sprechen, aber ich werde es bald tun.“[26]
„Ich erbitte alles vom Vater und mit
vollkommenem Vertrauen, im Namen Jesu, wie die Kirche uns lehrt: ‚Durch
Christus, unseren Herrn’. Weil ich nichts Eigenes habe, das wert wäre, vom
Vater erhört zu werden, aber ich habe Jesus, ich habe seine Verdienste. Ah,
dieser Christus... unser Jesus! Wie sehr sollten wir ihn lieben, ihn, der uns
so sehr liebt.“[27]
„Wenn ihr euch vorstellen könnt, wie
schmerzlich es für mich war, nicht mit euch in Verbindung stehen zu können und
eure Briefe nicht beantwortet zu haben, wie ich es gewünscht hätte.. Aber ich
habe den Göttlichen Vater gebeten mich im Namen Jesu zu heilen und deshalb bin
ich sicher, dass er mir diese Gnade gewähren wird.“[28]
„Jesus wünscht, dass ich mich in
seine Hände fallen lasse, in vollem Vertrauen. Und ich glaube fest, dass er mir
vergeben hat, weil nur er weiß, wie; und dass er mich mit unendlicher
Barmherzigkeit liebt. Wie kann ich nicht grenzenlos vertrauen?“[29]
„Oh, Jesus, du konntest dich nicht gegen die Liebe verteidigen... Und du hast mich geliebt bis zum Tod am Kreuz... Oh, Jesus, ich möchte mein Blut und mein Leben für dich geben, der du dein Blut und Leben für mich gabst!“[30]
„Vereint mit Jesus zum Vater gehen,
durch die Eingebung des Hl. Geistes ist das Zentrum unseres ganzen spirituellen
Lebens.“[31]
„Über allem und vor allem,
Vereinigung mit Jesus. Dies ist der einzige Weg zum Vater. ER sagte ich: Ich
bin der Weg, niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Der Brief ist hier
unterbrochen, er fügt nun hinzu): Ich kann nicht mehr schreiben, weil ich sehr
krank bin.. aber es geht mir schon besser.“[32]
„Wenn wir keine innere Vereinigung mit
Christus erreichen, werden wir den Willen Gottes nicht ausführen. Unser Leben,
geliebte Kinder, muss bis zu unserem letzten Atemzug nicht anderes ein als das
Werk Jesu weiterzuführen unter seiner liebenden Eingebung.“[33]
„Geben wir uns Mühe so zu beten, um
noch mehr mit Jesus verbunden zu sein, weil das der einzige Weg ist, um
Tausende von Seelen für Gott zu gewinnen. Wir müssen wie Jesus sein und dies
ist unser erster Wunsch.“[34]
„Mit den Augen Jesu sehen und dass
Jesus durch unsere schaut. Zu sprechen wie Jesus gesprochen hat und dass es
Jesus ist, der mit unseren Lippen spricht. Zu lieben wie Jesus geliebt hat und
dass Jesus mit unserem Herzen liebt. Zu leben wie Jesus und dass Jesus unser
Leben sei“.
„Was für ein wunderschöner Plan! Aber
dies setzt eine tiefe Vertrautheit mit Jesus voraus, eine besondere
Verbundenheit der Herzen, ein vollkommenes Vertrauen, einen lebendigen Glauben,
in dem alles vergessen und vergeben ist, und dass wir mit Jesus in einer wahren
Atmosphäre der Liebe leben.“
Denken Sie über jeden dieser Gedanken
nach, weil sie eine Quelle der Heiligkeit sind. Dieser Plan allein würde
genügen, alle unsere Unvollkommenheiten zu vernichten.“[35]
„In all unserem Tun nur Jesus sehen,
und trotz der Meinungen von anderen. Sehen Sie alles durch die Augen Jesu. Das
sagt der Hl. Paulus mit den Worten ‚Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in
mir!’“(Gal. 2.19)[36]
„Jesus nachahmen, in ihn verwandelt
zu werden, das ist das Ideal der Ideale; der Rest ist nicht wichtig.“
„Denkt daran, einzig und allein, dass ihr in
die Kongregation gekommen seid, um in Christus verwandelt zu werden, und,
soweit es für jeden möglich ist, wie Jesus zu werden. ‚Diejenigen, die er
erwählte, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines
Sohnes teilzuhaben.’“ (Röm. 8, 29)[37]
„Jeder muss in seinem Dienst wie
Jesus werden. Dies ist die Bedingung, um eure Seelen zu retten: in den einzigen
Erlöser verwandelt zu werden. So ist das geistliche Leben einfach, es besteht
nur in einer fortlaufenden Verwandlung in Jesus und die Mittel zu kennen, die
uns dazu verhelfen.“[38]
„Ich habe viel zum menschgewordenen
Wort gebetet, um uns alle zu segnen und jedem von uns zu gewähren, nicht nur
verbunden mit ihm zu leben, sondern wahrhaftig in ihn verwandelt zu werden. Ah,
wenn wir nur verstehen würden, dass dies das Ganze unseres armen und wertvollen
Lebens ist!“.[39]
„Die große Aufgabe, die Jesus jedem
von uns anvertraut hat, ist unsere Verwandlung in ihn“. „Und sagen wir nicht,
meine geliebten Kinder, dass dies schwierig ist, dass es unmöglich ist. Nein,
Jesus verlangt keine unmöglichen Dinge von uns.“
„Diese Verwandlung, so
ersehnt von Jesus, und so wertvoll für uns, hat schon begonnen. Jesus selbst
erklärt es im Gleichnis mit dem Sauerteig, den eine Frau mit drei Maß Mehl
mischt. Das Mehl sind wir. Die Kirche, die uns Jesus in der Taufe gibt, ist die
Frau. Jesus ist der Sauerteig, der uns verwandeln wird, und mit der Zeit wird
er alles auflockern, und es wird ein Brot werden, das würdig ist, auf den Tisch
des himmlischen Vaters zu kommen. Wir brauchen nur auf seine Gnade zu
antworten, um mehr und mehr wie Jesus zu werden, der unser einziges Ideal ist,
all unsere Hoffnung und all unsere Liebe.“[40]
„Ich wollte, dass der Himmlische
Vater an jedem von euch sein Wohlgefallen hat, weil er sieht, dass ihr jeden
Tag mehr seinem vielgeliebten Sohn ähnlich werdet, an dem er seine Freude hat.
Das sagt uns der Hl. Geist durch den hl. Paulus: ‚Bekleidet euch mit unserem
Herrn Jesus Christus!’“ (Röm. 13,14)[41]
Er sagte Folgendes zu fünf jungen
Männern, die den Habit der Missionare vom Hl. Geist nahmen: „Unser Habit sagt
viel, weil er die Inschrift JHS trägt, die Jesus, Retter der Menschen heißt.
Das weist auf eure Mission und euer Ideal hin. Ihr seid dazu von Gott bestimmt,
Tausende und Abertausende von Seelen zu retten. Und ich habe euch gesagt, nicht
was sie sind, aber was die Missionare vom Hl. Geist erstreben zu sein. Ihr seid
berufen zu sein, was Jesus war, zur Ehre des Vaters. Wenn einer wie Jesus ist,
ist er wahrhaft ein Erlöser... deshalb müsst ihr immer wieder sagen: Ich will
wie Jesus sein, was es auch kosten mag. Deshalb seid ihr hierher gekommen,
daran zu arbeiten, wie Jesus zu sein.“[42]
„Versucht in allem den
heiligen Willen Gottes zu tun, so dass dieser göttliche Wille eure Nahrung ist,
wie es die Nahrung Jesu war.“
„Welche Vollkommenheit kann man
finden, wenn man dieses Ziel anstrebt. Das Ziel des geistlichen Lebens ist die
Vereinigung mit Gott, aber die Vereinigung mit Gott ist nichts anderes als die
Vereinigung unseres Willens mit dem göttlichen Willen. Das war das Wesentliche
am Beispiel Jesu: ‚Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich
gesandt hat.“ (Joh. 4, 34) ‚Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen
Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.’ (Joh. 6, 38)
‚Und der, der mich gesandt hat, ist bei mir und er hat mich nicht allein
gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt’“. (Joh 8, 29)
„Auf diese Weise werden wir in Jesus
verwandelt, wenn wir jeden Tag den Willen des Vaters tun, der unseren Willen geschaffen
hat, um diesen mit seinem Willen zu vereinen.“
„Oh, geliebter Jesus, deine Speise
wird unsere Speise sein, dein Leben wird unser Leben sein; wir versprechen dir,
dass wir mit Hilfe deiner Gnade dir folgen werden von der Krippe von Bethlehem
bis zum Kreuz auf Kalvaria.“[43]
„Jesus wünscht, dass jeder wissen
soll, dass es die Liebe zu seinem Vater ist, die ihn gläubig seinem Willen
folgen ließ. ‚Aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so
handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat. Steht auf.’“ (Joh. 14, 31)
Und was war für die Liebe
Jesu zu seinem Vater charakteristisch? Wir können die folgenden neun Punkte
auflisten:
1. Seine Liebe war radikal: „Ich bin
nicht gekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich
gesandt hat“ (Joh. 6, 38)
2. Seine Liebe war gehorsam: „.. sowie
ich die Gebote meines Vater gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“ (Joh.
15, 10)
3. Er stellte sich selbst zurück: „Denn
ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen
dessen, der mich gesandt hat.“ (Joh. 6, 38)
4. Seine Liebe war sanft: „Ich tue
immer, was meinem Vater gefällt.“ (Joh 8, 29)
5. Seine Liebe war zärtlich: „Ich bleibe
in seiner Liebe.“ (Joh, 15, 10)
6. Seine Liebe vereinte: „Mein Vater ist
in mir und ich in ihm.“ (Joh. 10, 38)
7. Seine Liebe zu seinem Vater war groß:
„Vater, ich habe dich auf der Erde verherrlicht, und das Werk zu Ende geführt,
das du mir aufgetragen hast.“ (Joh, 17, 4)
8. Seine Liebe war zu jedem Opfer fähig:
„Der Vater liebt mich, weil ich mein Leben hingebe.“ (Joh. 10, 17)
9. Seine Liebe war kindlich, sie gab
sich hin: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk. 23, 46)
„Die Einheit unendlicher Liebe, die
den Vater mit dem Sohn von Ewigkeit her verbunden hat, bleibt die gleiche nach
der Menschwerdung, als der Sohn zur Erde kam, um die Aufgabe zu erfüllen, die
er vom Vater empfangen hatte. Stellt euch vor, wie groß und wie vollkommen
unsere Liebe und unsere Hingabe zum Vater sein müssen, damit wir sagen können,
dass wir ein Ebenbild Jesu sind. Aber es ist der gleiche Vater, der auch uns
sendet, vorwärts und aufwärts, zum heiligen Berg, zum Tabor, nach Kalvaria, zu
ewigem Ruhm!...“
„Was für ein wunderbarer Lebensplan!
Dem himmlischen Vater Ehre geben, immer Jesus nachahmen und wie er immer den
Willen seines Vater tun!“[44]
„Seid ein lebendiges Abbild Jesu:
gehorsam, sanftmütig, demütig, liebt das verborgene Leben von Nazareth; und
seid auch ein wahrer Apostel, wie Jesus: in den Bergen, an der See, in der
Stadt, in der Menge, bei den Kranken, bei den Kindern, bei den Armen, bei
allen... und mit Jesus zum Berg Tabor, und mit Jesus nach Kalvaria, so wie mit
ihm von hier zur ewigen Glorie auffahren.“[45]
Das Folgende war eine Erklärung an
die Novizen auf Exerzitien über die Bedeutung der Verwandlung in Christus: „Der
Novize, der wie Jesus sein will, bemüht sich, gehorsam und gelehrig zu sein,
demütig und bescheiden, arm und losgelöst von allem, rein und ohne Sünde,
mitleidvoll und großzügig, fromm und ruhig; Jesus war so. Und weiter noch war
er reuevoll, besonnen und taktvoll, ordentlich, sich selbst aufopfernd, mit
einem starken spirituellen Leben, immer mit Gott, und er liebte alle bis zur
Hingabe seines Lebens am Kreuz, um uns zu erlösen.“
„Wenn ein Novize sich guten Willens
bemüht, Jesus gleich zu werden, dann wird ihn Jesus selbst als Schüler annehmen
und ihn heiligen, wird ihn glücklich machen, ihn zu einem Apostel machen, ihn
in seinem Herzen tragen, wird ihn als sein Eigentum lieben, wird ihn segnen,
wenn er aufwacht und wird ihn den ganzen Tag führen, wird immer über ihm
wachen, wird ihn vor Schaden bewahren und wird bei ihm sein bei seinem Tod.“[46]
„Unter uns ist nur ein Lehrer: Jesus.
Und wir arbeiten alle begeistert daran, ihm in seinen Fußspuren zu folgen: Zu
denken wie Jesus, zu sprechen wie Jesus, Dinge und Leute aus der Sicht Jesu
sehen.“
„Oh, vielgeliebter Jesus, dies
versprechen wir mit ganzer Seele: wir wollen sein wie du, ehrlich, demütig und
gut zu allen! Wir werden gut zu den Priestern sein, die du mit besonderer Liebe
liebst; gut zu denen, die uns lieben und gut zu denen, die uns verfolgen, wie
sie dich verfolgt haben; gut zu den guten Seelen und gut zu den armen
Sündern... Ja, mit deiner Gnade werden wir wissen, wie wir uns für unsere
Mitmenschen hingeben sollen und jeden unserer Brüder mit tiefer Liebe sehen...
so wie du.“[47]
„Unser Weg ist der gekreuzigte Jesus.
Seid wie eine Hostie, Jesus geweiht, von Jesus erfüllt, unserem Leben und
Beispiel. Ein Missionar vom Hl. Geist muss ein freiwilliger Martyrer sein,
jedes Kreuz aus Liebe zu Jesus annehmen, Martyrer seiner Pflicht, sogar bis zum
Tod, Martyrer seines Apostolates, bis er die Krone empfängt. Das heißt ein
Abbild Jesu zu sein.“[48]
„Lieben wir Jesus leidenschaftlich!
Das ist mein beständiges Gebet. Das erbitte ich für mich und für jeden von
euch.“[49]
„Liebt Jesus von ganzem Herzen, liebt
ihn ohne Maß. Er ist eine Stütze, euer Licht, euer Leben, euer Begleiter, euer
alles.“[50]
„Jesus liebt dich, meine Tochter, so
wie nur er es weiß. Wie liebst du ihn? Wirklich ohne Grenzen? Bete soviel du
kannst während des Tages, besuche Jesus und danke ihm tausendmal für alles, was
er für dich betan hat; gib ihm Liebe für Liebe zurück. Bleibe Jesus treu und
sei glücklich in seiner Liebe.“[51]
„Gott,
Gott, Gott!... Ich habe
es tausende Male wiederholt und jetzt sage ich auch oft: Jesus, Jesus, Jesus,
Jesus!... Und wenn ich ‚Jesus’ sage, sehe ich alles, was er für uns getan hat..
Aus Liebe für jeden von uns gab er alles auf... Ist es nicht passend, dass wir
uns ihm ganz hingeben und dass wir ihn ohne Maß lieben?“
„Wir leben jeden Tag in der Liebe
Jesu. Der Blick des auferstandenen Jesus ist von unendlicher und
unvergleichlicher Liebe für jeden von uns. Er lebt immer, um für uns beim Vater
einzutreten“ (Hebr. 7, 25) und erlangt für uns immer mehr Gnaden, immer mehr
Vergebung, immer mehr Barmherzigkeit.“
Inmitten von dunklen Zeiten, die vom
Glauben erleuchtet sind, seid euch bewusst, geliebte Brüder, dass Jesus immer
und in jeder Stunde auf euch schaut. Er schaut auf euch mit reiner Liebe und er
hüllt jede unserer Seelen in seine ein.“
„Möge uns Jesus alle in seiner Liebe
halten und in der seines Vater und des Hl. Geistes, die zusammen ein Gott
sind.“[52]
„Vor zwei Tagen habe ich meine
Exerzitien begonnen und schon sehe ich mich als Aussätzigen. Ich sehe ganz klar
eine Seele voller Elend: es ist meine! Das ist sehr schmerzvoll und sehr gut.
Bittet zusammen mit mir um eine radikale Änderung n meinem Leben, eine
vollkommene Umkehr.“
„Die Güte Jesu zu mir ist so groß, so
unbegreiflich.... und Meine Undankbarkeit so schwarz, wohin ich mich auch
wende...“
„Aber ich habe vollkommenes
Vertrauen, weil seine Barmherzigkeit für die, die ihn lieben, unendlich ist,
und trotz allem liebe ich ihn wahrhaftig.“[53]
Dieses Kapitel hätte kein Ende, wenn
ich hier alles schreiben würde, was P. Félix über die Liebe Christi in seinen
Briefen und Gesprächen schrieb.
Ich möchte nur einen sehr klaren Aspekt der
Liebe zu Jesus in der Spiritualität unseres Gründers hinzufügen, und das ist
seine Hingabe an Jesus, gegenwärtig in der Eucharistie. Es ist wahr, dass
Christus als Gott überall gegenwärtig ist, aber der Mann, der Sohn Marias, Er,
der Jesus genannt wurde, Er, der auf Erden lebte und für uns starb, ist nur
gegenwärtig in der Herrlichkeit seiner Glorie und in den geweihten Hostien. P.
Félix war immer beeindruckt von der leiblichen Gegenwart der Menschheit Christi
in unseren Tabernakeln. Und er äußerte ausdrücklich seine Liebe und Dankbarkeit
Jesus gegenüber und verbrachte viele Stunden seines Lebens, Tag und Nacht, in
der Anbetung Christi, verborgen im Eucharistischen Brot.
Sehr oft sprach er zu den Novizen von
„bei Jesus vor dem Tabernakel sein“, von „Anbetung Jesu, gegenwärtig in der geweihten
Hostie“, von „Jesus Gesellschaft leisten, wenn er in den Kirchen allein
gelassen ist“, von „Jesus öfter am Tag besuchen“, von „Jesus trösten und
versöhnen wegen so viel Vergesslichkeit, so viel Gleichgültigkeit, so vieler
Sünden...“
Wir werden deshalb dieses Kapitel mit einigen
Abschnitten beenden, in denen P. Félix zu uns spricht über die Liebe zu Jesus
im Sakrament der Eucharistie:
„Die Eucharistie ist die größte
Offenbarung der Liebe Jesu, nicht nur für die Kirche, sondern auch für jeden
von uns. Das Konzil von Trient verkündete dies: ‚Bevor unser Erlöser die Welt
verließ, um zu seinem Vater zurückzukehren, gründete er das Sakrament der
Eucharistie, in das er die Reichtümer seiner göttlichen Liebe zur Menschheit
ausgoss.“ (S. 13.C.2)
„Wenn wir die drei Dimensionen der
Liebe in der Eucharistie betrachten, die der Hl. Paulus in der Menschwerdung
bewundert (Eph 3, 18) werden wir sehen, dass sie auch in diesem
bewundernswerten Sakrament gegenwärtig sind: Es gibt keine Begrenzung in der Tiefe,
denn es ist die Unendlichkeit, die sich uns schenkt. Es gibt auch keine
Begrenzung in der Breite, weil es allen geschenkt ist ohne Ausnahme. Noch gibt
es eine Begrenzung in der Zeit, weil es in jedem Augenblick bis zum Ende der
Zeiten gegeben ist.“
„Auch wenn uns der Herr zahlreiche
Dienste anvertrauen sollte, die Mitte unseres Lebens ist die Eucharistie.
Unsere Seele sollte diese Mitte nicht verlassen, wo sie neue Kraft für ihr
Apostolat findet.“
„Mehr Tabernakel, meine Söhne, mehr
Tabernakel jeden Tag!“[54]
„Unsere Spiritualität ist voll Liebe
zum Eucharistischen Jesus. Bewahren wir unser Herz im Tabernakel auf, ganz nahe
dem brennenden Herzen Jesu, damit er in uns sein Feuer und seine Liebe
entzünden kann.“[55]
„Christus bleibt in jeder geweihten
Hostie gegenwärtig und dort erneuert er seine priesterliche Hingabe und lädt
uns zu einer engen und persönlichen Verbindung mit ihm ein. Deswegen ist das
Gebet vor dem Allerheiligsten Sakrament unser eigentlicher Weg des Gebetes und
verlangt von uns besondere Treue. Auf diese Weise verbinden wir uns mit
Christus in seiner ständigen Verherrlichung/Lobpreisung des Vater und sein
Eintreten für die Menschheit.“[56]
„Jeden Tag wollen wir dem Herrn eine
Gebetsstunde vor Jesus, gegenwärtig im Sakrament der Eucharistie, schenken“.
„Als Übung, die unseren Geist und
unsere Mission in Einklang bringen, empfehlen wir eine Zeit während der Nacht
zur Anbetung Jesu in der Eucharistie zu widmen, auch wenn dies eine besondere
Anstrengung erfordert.“[57]
„Jetzt lebe ich ein etwas anderes Leben,
mit diesen Schmerzen, die mich zu den Füßen unseres Herrn angenagelt haben. ich
mache nichts anderes, als ihm zu sagen, sein Wille geschehe. ich verstehe, dass
diese Tage der Schmerzen Gnadentage sind. Und obwohl ich so krank bin, welch
ein Trost ist es, lange Stunden zu Füßen Jesu in unserer Kapelle verbringen zu
können.“[58]
Der Hl. Geist ist ebenso wesentlich
für die Spiritualität von P. Félix: nicht nur, weil er die dritte Person der
Heiligsten Dreifaltigkeit ist, untrennbar vom Vater und vom Sohn, sondern auch,
weil sein Wirken in uns unerlässlich ist um Jesus nachzufolgen als Sohn des
Vaters, als Priester und Opfergabe, und als der vom Geist Gottes Gesalbte.
Wir haben gesehen, wie sehr P. Félix
darauf bestand, Jesus nachzuahmen in allen Dingen, besonders aber in seiner
Liebe als Sohn zum Vater. Die Offenbarung sagt uns, dass es der Hl. Geist ist,
der in unsere Herzen dieses kindliche Gefühl hineingießt. „Weil ihr aber Söhne
seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft:
Abba, Vater.“ (Gal. 4, 6)
Und was unsere Liebe zu Jesus und
unsere Vereinigung mit ihm anbelangt, hätten wir nicht die geringste
Möglichkeit, wenn der Hl. Geist nicht in uns wirken würde.“ Keiner, der aus dem
Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist
der Herr! Wenn er nicht aus dem Hl. Geist redet.“ (1 Kor. 12, 3) Das bedeutet,
dass wir nicht einmal an Christus glauben können oder ihn als Herrn erkennen
können, ohne das Wirken des Hl. Geistes in uns. Viel weniger könnten wir das
Geheimnis seines Priestertums, seiner Hingabe, seiner Liebe, seines Kreuzes
verstehen... Deshalb sagte Jesus beim Abschied von seinen Jüngern, einige
Stunden vor seinem Leiden, diese Worte: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber
ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit,
wird er euch in die ganze Wahrheit führen.“ (Joh. 16, 12)
P. Félix erklärte oft, warum das
Symbol des Hl. Geistes (die Taube) über dem Kreuz und über dem Herzen Jesu im
Symbol der Werke vom Kreuz ist, und wenn er es erklärte, bezog er sich auf den
Text im Hebräerbrief: „Christus, der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott als
makelloses Opfer dargebracht hat...“ (Hebr. 9, 14)
Wenn die Schrift uns einen Jesus
zeigt, der immer durch den Hl. Geist angetrieben war, wie viel mehr war er von
ihm bewegt in diesem höchsten Augenblick seines Erlösungswerkes, seines
Gehorsams zum Vater, seines priesterlichen Opfers...
Und so werden auch wir nur durch den
Impuls des Hl. Geistes die Liebe und das Licht haben, um als Opfergaben in
Vereinigung mit Jesus, dem Priester und der Opfergabe zu leben.
Und schließlich, lasst uns erkennen,
dass wir sehr weit entfernt wären, Christus nachzuahmen, wären wir nicht
erfüllt vom Hl. Geist; denn Christus war es, der Gesalbte des Hl. Geistes: „Ich
sah, dass der Hl. Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.
Auch ich kannte ihn nicht, aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen,
er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er
bleibt, der ist es, der mit dem Hl. Geist tauft. (Joh. 1, 32-33)
„Erfüllt vom Hl. Geist verließ Jesus
die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist 40 Tage lang in der Wüste umher.“
(Lk. 4, 1)
„Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft
des Geistes, nach Galiläa zurück. So kam er auch nach Nazareth... und ging wie
gewohnt am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift
vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch
auf und fand die Stelle, wo es heißt: ‚Der Geist des Herrn ruht auf mir: denn
der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute
Nachricht bringe;... Jesus sagte dann: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr
eben gehört habt, erfüllt.“ (Lk. 4, 18-21)
„In dieser Stunde rief Jesus, vom Hl.
Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der
Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber
offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen!“ (Lk. 10, 21 –22)
„Vorher hat er durch den Hl. Geist
den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben.“ (Apg. 1,2)
„Denn der, den Gott gesandt hat
(Jesus), verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt.“ (Joh.
3, 34)
Erinnern wir uns daran, dass Jesus versicherte,
dass er durch die Kraft des Hl. Geistes heilte und Wunder wirkte, so dass jene,
die behaupteten, dass sie durch die Kraft Satans wirkten, gegen den Hl. Geist
sündigten. (Matt. 12, 31)
Wenn wir diese Texte lesen, sehen wir
klar, dass Jesus ein Mensch erfüllt vom Hl. Geist war, gesalbt vom Hl. Geist,
angetrieben vom Hl. Geist und dazu bestimmt, „uns mit dem Hl. Geist zu taufen“,
d.h. seine Salbung mit uns allen zu teilen. Sogar die Namen, die wir ihm geben,
erinnern uns an diese grundlegende und oft vergessene Tatsache: Christus heißt
„der Gesalbte.“ Und wenn wir sagen: Jesus Christus, sagen wir Jesus, der
Gesalbte. Und Jesus empfing von seinem Vater keine andere Salbung als die des
Hl. Geistes. Die hauptsächliche Botschaft Jesu jetzt und für immer ist es, uns
seinen Hl. Geist zu geben, wie uns die Offenbarung sagt. Am Pfingsttag erklärte
Petrus der überraschten Menge, was sich ereignet hatte: „Diesen Jesus hat Gott
auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er durch die rechte Hand Gottes
erhöht worden war und vom Vater den verheißenen Hl. Geist empfangen hatte, hat
er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.“ (Apg. 2, 32 – 33)
Nun, wenn wir nicht Männer und Frauen
erfüllt vom Geist Gottes sind, angetrieben vom Geist Gottes, und fähig mit dem
Geist in Verbindung zu stehen als Werkzeuge Christi, wie sind wir dann mit dem
Gesalbten verbunden, oder wodurch sind wir ihm sonst ähnlich“... Wie Recht
hatte der Hl. Paulus, als er sagte: „Wer den Geist Christi nicht hat, der
gehört nicht zu ihm“. (Röm. 8, 9)
Wir können daraus klar erkennen, dass
die Verehrung des Hl. Geistes nichts Aufgesetztes auf die Spiritualität vom P.
Félix ist, sondern dass seine Gegenwart unbedingt erforderlich ist.
Sehen wir uns nun einige ausgewählte
Texte unseres Gründers an, in denen er vom Hl. Geist spricht: Die Worte vom Hl.
Paulus „Gott sandte den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft:
Abba, Vater“ (Gal. 4, 6) meint, dass es der Hl. Geist ist, der uns zum Vater
führt in gleicher Weise, wie die Liebe das Kind in die Arme der Mutter treibt
mit Freudenrufen. Mit anderen Worten, der Geist des Sohnes lehrt uns, Gott als
unseren Vater zu erkennen. Nur er kann in uns die Liebe zum göttlichen Vater
entzünden.“[59]
„Der Hl. Paulus sagt uns: ‚Denn alle,
die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes’ (Röm. 8, 14) Wir
sind gerufen, Söhne Gottes zu sein. Aber, wer sind wirklich Söhne Gottes?
Diejenigen, die der Hl. Geist gestärkt hat, so dass sie Gottes Wege folgen
können, nachdem sie das Licht, dies zu erkennen, erhalten haben. Was könnten
wir nur auf dieser Welt anderes wünschen, als vom Hl. Geist geleitet zu werden
und immer mehr Söhne Gottes zu werden! Jeder, der den Hl. Geist sucht, erhält
die Gnade, von ihm gestärkt und geführt zu werden.“[60]
„Was war das Wichtigste im Leben
Jesu? Auf den Hl. Geist zu hören, um den Willen des Vater in allem zu
erfüllen“.
„Das Gleiche ist für unser Leben
wichtig. Du bist wirklich religiös? wenn du am Tag deines Todes ehrlich sagen
kannst: Vater, seit ich ins Noviziat eingetreten bin, habe ich nie meinen
Willen tun wollen, sondern nur deinen, mit dem Licht und der Kraft des Hl.
Geistes.“[61]
„Hl. Geist, heute möchte ich meine
vollständige Hingabe an Dich erneuern, weil Du der Eine bist, den der Vater und
der Sohn gesandt haben; Du bist der Helfer, den Jesus versprochen hat. Ich weihe Dir mein ganzes Sein, damit Du
mich ganz besitzen kannst und absolute Macht über mich hast, ohne Grenzen oder
irgendwelche Einschränkungen. Ich möchte, dass Du mein Führer, mein Licht, meine
Stärke und die ganze Liebe meiner Seele bist. Ich übergebe mich selbst ohne
Vorbehalt an deinen göttlichen Willen und ich bitte um die unvergleichliche
Gnade, immer auf deine Eingebungen zu hören.“
„Ich weihe Dir meine Seele, damit sie
immer Dein Tempel sei; mein Gedächtnis, damit du mich immer an die Worte und
Taten Jesu erinnerst; mein Herz mit all seinen Gefühlen, damit ich, gefangen
genommen von den Freude der göttlichen Liebe in Dir inneren Frieden finde,
deinen Trost, deine Gaben und Früchte.
„Kurz gesagt, ich weihe dir meinen
Leib und alles, was ich habe und was ich bin, damit ich ganz dein Eigentum bin,
Geist der Liebe, dein Apostel sein kann und Tausende Seelen dazu bringe, dich
zu lieben.“
„Liebe mich immer mehr, und möge
deine Liebe mich und alle, die ich liebe, heiligen. Amen.“[62]
Pater Fèlix wünschte sich, dass sich
die Apostel des Hl. Geistes überall verbreiten. So gründete er eine
Gemeinschaft, die sich „Familie des Hl. Geistes“ nannte (am 20. Aug. 1917). Ihr
Wahlspruch war ‚Den Hl. Geist zu lieben und ihn lieben zu lassen.’ Einmal hatte
sie mehr als 80.000 Mitglieder in ganz Mexiko. Im Handbuch, das P. Félix für
sie schreib, sagt er. „Wir wollen den Hl. Geist begeistert lieben. Wir wollen
seine unermüdlichen Apostel sein. Wir wollen keinen Tag versäumen, ohne seine
Verehrung zu verbreiten, die der Seele Leben, Licht, Kraft und Liebe bringt.
Suchen wir neue leidenschaftliche Freunde für den Hl. Geist. Bringen wir andere
dazu, den Geist der Liebe zu lieben; in ihm, der die Liebe ist, hoffen wir mit
großem Vertrauen durch dieses heilige Apostolat die kostbarsten Gnaden und eine
besondere Ehre zu erhalten.“
„Der Hl. Geist ist Gott!“ Wir wissen
es und glauben es. Aber wir müssen unseren Glauben mit Begeisterung und mit
leidenschaftlicher Liebe leben. Wir sind mit der großartigsten Arbeit
beschäftigt: die Herzen aller Mexikaner mit dem Hl. Geist zu erfüllen. Und
dann, was für eine Veränderung wird es dann in unserem geliebten Land geben!
Familie des Hl. Geistes, vorwärts.“[63]
„Ja, Ja! Veranlasst alle, sich dem
Hl. Geist zu weihen, dem liebenswürdigsten Geist des Vaters und des Sohnes; es
soll kein einziges Herz geben, in dem es keine Liebe, keine Vereinigung mit dem
Hl. Geist, keinen Frieden gibt.“
„Wir glauben fest, dass die
Herrschaft des Hl. Geistes dem Hass ein Ende bringen wird, brüderliche Liebe in
unseren Herzen aussäen wird, und alle Menschen wahrhaft als Brüder und
Schwestern vereinen wird, den einzigen wahren Frieden bringen wird.“[64]
„Wie viele Seelen, die nach
Vollkommenheit streben, bleiben stehen, weil sie nicht den Hl. Geist anrufen,
sie haben ihn während ihres ganzen geistlichen Lebens hindurch vergessen. Sie
wollen heilig werden ohne den, der heilig macht!“
„Aber wir können den Hl. Geist nicht
bitten, zu uns zu kommen und uns zu besitzen, wenn in uns Hindernisse sind, uns
ganz innig mit ihm zu vereinigen. Deshalb stellten die Mönche von Alters her
die folgende Frage an den, der ins Kloster gehen wollte: ‚Bruder, ist dein Herz
leer, so dass es der Hl. Geist erfüllen kann?“
„Und es handelt sich nicht nur darum,
den Hl. Geist zu empfangen. Es ist auch notwendig, diesen Schatz Frucht tragen
zu lassen. Wie viele empfangen den Hl. Geist in der Taufe und in der Firmung,
und wie wenige pflegen seine Gaben und seine Freundschaft“
„Und wir, lieben wir ihn wahrhaftig,
fragen ihn um Rat, sprechen mit ihm, und hören wir auf seine Eingebungen?“
„Wenn wir die Schriftstellen, die
sich auf den Hl. Geist beziehen, Schritt für _Schritt durchgehen, ist es bald
zu erkennen, dass die gleiche Idee in verschiedenen Formen wiederkehrt: Der
Idee des Lebens.“
„Das heutige Gespräch geht über die
Vertrautheit mit Ihm, den wir den Herrn und Spender des Lebens nennen, Er, der
die Seele unserer Seele ist.“[65]
„Der Hl. Paulus sagt ‚Durch den einen
Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, und alle
wurden wir mit dem einen Geist getränkt.’ (1 Kor. 12, 13) Das heißt, dass
genauso wie der Leib im Wasser der Taufe eingetaucht wurde, genauso wurde auch
unsere Seele in den Hl. Geist eingetaucht und auf Grund dieses Eintauchens in
den Geist Gottes sind wir geeint, gereinigt, geheiligt und gerecht gemacht,
denn wenn wir in den Hl. Geist eingetaucht sind, werden wir vollständig von ihm
durchdrungen. Und ein Zeichen dieser Fülle ist in Jesu eigener Sprache der Hinweis
auf die ‚Ströme von lebendigem Wasser, die ewig aus den Herzen derer fließen,
die an ihn glauben (Joh. 7, 38) [66]
„Gott hat uns allen den Hl. Geist als
geistlichen Führer gegeben. Wie wunderbar ist es zu wissen, dass wir im
geistlichen Leben nicht allein gelassen sind! Männer und Frauen des Gebetes
spüren es. Aber oft, obwohl der Hl. Geist immer bei uns ist (1 Kor. 3, 16 und
6, 19) und in uns als seinem Tempel wohnt, beachten wir ihn nicht, fragen ihn
nicht um Rat, sprechen wir nicht mit ihm. Gebet ist die Zeit, wenn wir sprechen
und er antwortet. Das ist nichts Außergewöhnliches, das ist es, was geschehen
sollte.“[67]
„Obwohl der Hl. Geist allmächtig ist,
zerstört er nie unsere Freiheit. Wir können uns deshalb seinem göttlichen
Wirken widersetzen, wir können gegen den Hl. Geist kämpfen und wir können ihn
aus unserem Herzen ausstoßen. Darum sagt der Hl. Paulus zu den Ephesern, sie
sollen den Hl. Geist nicht unglücklich machen und seine Flamme nicht
auslöschen.“
„Aber unser freier Wille kann auch
wählen, sich dem Hl. Geist zu übergeben und die Treue, mit der wir gehorchen,
steigert den Rhythmus seiner Tätigkeit und seiner Wirksamkeit in uns.“
„Nutzen wir all diese Schätze, die
Gott uns in unserem Leben gegeben hat und vergeuden wir nicht die Zeit mit
unnützen Plänen und Wünschen. Sind wir uns dessen wohlbewusst, dass wir im
Sakrament der Taufe und der Firmung ausreichend Gnaden erhalten haben um
Heilige zu werden; deshalb statt mehr zu erbitten, sollten wir mehr glauben und
uns mühen, die Reichtümer, die wir bereits besitzen auch zu nutzen.“
„Wir sind reich durch den Reichtum
Gottes und wir können uns nicht vorstellen, wie groß die Schätze sind, die Gott
uns in die Hände gibt um sie zu vermehren mittels einer vollkommenen
Übereinstimmung mit den Eingebungen seines Geistes.“ [68]
„Liebe Tochter, liebe den Hl. Geist
von ganzem Herzen und seien Sie offen für seine Eingebungen, die sehr häufig
sind. Der Hl. Geist spricht in unserem Innern sehr oft, wenn wir ihn nicht
hören, ist es deshalb, weil in unserer Seele viel Lärm ist, den wir selbst
durch unsere Gedanken und Vorstellungen machen. Zu anderer Zeit hören wir auf
die Stimme des Hl. Geistes, aber wir sind taub, weil er uns bittet, ein
Hindernis zu überwinden, oder eine Anstrengung oder ein Opfer fordert. Und das
ist etwas, was uns sehr traurig machen sollte. Wenn wir zum Hl. Geist ‚Nein’
sagen, geht diese Gnade fort und kommt nicht mehr zurück...“[69]
„Alle Gaben des Hl. Geistes sind
wertvoll und erstrebenswert; alle sind notwendig; aber vielleicht brauchen wir
am nötigsten in unserem Leben die Gabe der Stärke, weil wir schwach sind und
wir zu einen ständigen Auf und Ab in unserem geistlichen Leben neigen. Das ist
die Wirklichkeit für viele Christen und sogar für viele Ordensleute: Auf und
Ab. Aber das Leben eines Heiligen ist ein ständiges Aufwärtsgehen und ein
Bleiben in den eroberten Höhen, und dazu brauchen wir die Gabe der Stärke, um
immer vorwärts zu gehen, ohne müde zu werden auf dem einzigen Weg, der nach
oben führt, der Jesus, der Gekreuzigte ist. Aber, können wir vielleicht diesen
Weg mit eigener Kraft gehen? Gott verbot uns, so zu denken. Wir werden nur
Erfolg haben, wenn wir den Hl. Geist in uns wirken lassen. Aber den Hl. Geist
in uns handeln lassen, ist keine passive Haltung, sondern eher eine aktive
Liebe, die ihre Augen öffnet, um den Wegen zu folgen, die der Göttliche Geist
weist.“
„Gehen wir vorwärts mit dem
Vertrauen, das aus einer leidenschaftlichen Gottesliebe kommt. Dieses arme
Leben ist nur eine Anstrengung, um die uns Gott bittet, damit er es mit seiner
Gnade vollenden kann: ‚Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.’ (1 Kor.
15, 10) Welch tröstende Worte!“
„So soll jeder den Hl. Geist für sich
und für andere um die Gabe der Stärke bitten als Ergänzung seiner angeborenen
Schwächen“. [70]
„Liebe Söhne, betrachtet eure
großartige Berufung und gebt euch selbst ganz hin, damit der Hl. Geist in euren
Seelen Wohnung nehmen kann und sie ganz und gar besitzen kann.“[71]
„Lernt mehr und mehr, geliebte Söhne,
die Theologie des Hl. Geistes, um eurer Frömmigkeit eine solide Grundlage zu
geben und um fähig zu sein, die Dritte Göttliche Person wahrhaftig zu lieben.“ [72]
„Da ihr geistliche Begleiter werdet,
denkt immer daran, dass ihr Werkzeug des Hl. Geistes in der Arbeit der
Heiligung der Seelen seid. Deshalb weiht euch ganz dem Hl. Geist und bittet ihn
ohne Unterlass um die Gnade, Männer des Gebetes zu sein.“ [73]
Durch die Eingebung des Hl. Geistes
werden wir Jesus nachahmen, in seiner gehorsamen Liebe zu seinem Vater und in
seiner demütigen Liebe zu den Menschen.“
„Da wir uns dessen bewusst sind, dass
nur der Hl. Geist uns in Christus verwandeln kann, weihen wir uns ihm ganz und
wollen auf seine Eingebungen hören.“[74]
„Wir sind dazu bestimmt, das Bildnis
seines Sohnes wiederzugeben. Daher lassen wir uns vom Hl. Geist führen, bis wir
in den gekreuzigten Jesus verwandelt sind. Nur dieser Göttliche Geist, der in
unseren Herzen wohnt, wird uns in eine ständige Hingabe zusammen mit Jesus
verwandeln und wird uns in die volle Erkenntnis des Mysterium Gottes und des
Kreuzes führen. Deshalb weiht uns unsere Berufung in einer besonderen Weise dem
Hl. Geist und bittet uns um eine tiefe Hingabe zu diesem Hl. Geist.“[75]
„Nimm, Hl. Geist, die vollständige
Hingabe meines ganzen Seins hin, gewähre mir die Gnade und sei mein Licht, mein
Führer und meine Kraft in jeder Tätigkeit. Ich bitte dich um die Gnade, all
deinen Eingebungen treu zu sein und mich zu einem wahren Abbild Jesu Christi zu
machen.“[76]
Wir könnten die Spiritualität von P.
Félix folgendermaßen zusammenfassen: „Uns in Jesus verwandeln lassen, den
Willen des Vaters vollkommen unter der Führung, dem Licht und der Kraft des Hl.
Geistes tun.“
In anderen Schriften besteht P. Félix
darauf, dass unsere Nachfolge Jesu in erster Linie als Priester des Vaters,
angetrieben durch den Hl. Geist, sein muss.
Es wurde bereits von der tiefen
Verehrung von P. Félix zu Maria gesprochen. Allerdings darf man nicht meinen,
dass P. Félix dieses Element der Spiritualität vom Kreuz nur von der Gesellschaft
Marias übernommen hat. Maria hat durch ihre innige Verbindung mit Jesus, dem
Priester und der Ganzhingabe, einen Platz in der Spiritualität vom Kreuz.
Maria ist Vorbild für all jene, die
Jesus als Priester nachfolgen möchten und sich bedingungslos dem Vater
darbringen.
Wir sehen sie im Tempel von Jerusalem
IHREN Jesus dem Vater darbringen. Dies tut sie als Mutter und daher mit mehr
Recht, als jeder Priester es in der Messe tun kann. Gott Selbst möchte Maria
die transzendale Bedeutung dieser Hingabe zeigen und Er tut dies mit den Worten
Simeons: „Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall
kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem
widersprochen wird“ (Lk. 2, 34). „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war,
in ihrem Herzen und dachte darüber nach“ (Lk. 1, 19).
Wenn die Zeit für Jesus kommt, dann
auch für Maria. Es ist die Stunde der Passion, des Spotts, der Schläge, der
Verachtung, der Kreuzigung, der Todesangst, des Todes... „Bei dem Kreuz Jesu
stand seine Mutter.“ (Joh. 19, 25) Sie ging den Weg auf Kalvaria mit Jesus
freiwillig und bewusst. Sie folgte seinen Fußspuren bis ans Kreuz. Dort stand
sie nun, wie die Priester die Gott ein Opfer darbringen. Das Opfer war ihr
geliebter Sohn, aber auch ihre eigene Seele, die mit einem Schwert durchbohrt
wurde und unsägliche Schmerzen erlitt. Dabei wiederholte Maria die Worte, die
über ihrem ganzen Leben standen: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie
du gesagt hast...“ (Lk. 1, 38)
Die Spiritualität des Kreuzes zu
leben, heißt so zu leben, wie Maria: dem Vater, das Opfer, das Erlösung bringt,
darzubringen: den Sohn‚ ‚an dem der Vater sein Wohlgefallen hat’. Die
Spiritualität des Kreuzes zu leben, heißt, uns selbst mit Jesus darzubringen,
den Willen des Vaters zu tun, zur Ehre Gottes, für die Erlösung der Menschen,
aus Liebe....
Marias Leben ist nicht zu Ende, sie
LEBT JETZT und bringt Jesus als priesterliche Gabe und sich selbst dem Vater
dar, in „das ewige Heiligtum, das nicht von dieser Welt ist, in dem Christus
als Hoherpriester sein eigenes Blut darbringt, um die ewige Erlösung der Welt
zu bewirken.“ (Hebr. 9, 12)
Das Priestertum Marias ist nun viel
vollkommener, da sie an der göttlichen Weisheit und ewigen Liebe Gottes Anteil
hat. Daher beten wir: MIT MARIA. Wir suchen unsere Bitten mit ihren Bitten zu
vereinen, da sie weiß, was uns fehlt. Wir versuchen uns mit ihrer Liebe, die
vollkommener als unsere ist, zu vereinen. Diesbezüglich lesen wir in Artikel 10
der Ordensregel der Missionare vom Heiligen Geist:
„Die zentrale Aussage der
Spiritualität der Kongregation ist, dass sie Jesus und sich selbst mit Ihm und
mit Maria dem Vater zur Erlösung der Welt darbringt“.
Die Jahre, die Maria nach der
Himmelfahrt ihres Sohnes hier auf Erden lebte, sind für uns besonders wichtig.
Denn Marias Leben in dieser Zeit ist uns näher als ihr Leben vor jenem
Ereignis. Sie lebte im Glauben und in der Hoffnung. Wie wir, erlebte sie
Dunkelheit und sehnte sich nach Licht. Es war ihr starker Wunsch, Gott zu
sehen; ihn nicht zu sehen schmerzte sie. Sie glaubte an die vielen
Versprechungen von denen sie nicht wusste, ob sie sich erfüllen. Sie wollte bei
ihrem Sohn sein. Sie geht ihren Weg im Gebet. Sie lebte wie wir, erlebte Leid
wie wir. Ihre vordringliche Sorge war die junge Kirche, dieser andere Teil von
Jesus. Sie war der neue „Leib Christi“, die wie Jesus in Bethlehem umsorgt und
geliebt werden musste. Maria gibt sich selbst dem Vater für die Jünger damals
und heute und in Zukunft hin. So übte sie ihr Priestertum in geduldiger Hoffnung
aus. Mit Christus, durch Ihn und mit Ihm erwirkte sie uns Gnaden der Erlösung
Alles bisher gesagte wird in Artikel
56 und 57 der Ordensregel zusammengefasst und erklärt, warum es ein so
wesentlicher Teil der Spiritualität vom Kreuz ist.
„Maria ist seit der Menschwerdung
Jesu untrennbar mit dem erlösungs- und heilbringenden Werk Jesu verbunden. Bei
der Darstellung im Tempel brachte sie Jesus dem Vater dar. Später stand sie am
Fuß des Kreuzes und nahm in Liebe den Tod ihres Sohnes an, indem sie ihre eigenen
Sorgen mit der priesterlichen Hingabe Jesu vereinte. Dieser Jesus hat Maria
allen Gläubigen, stellvertretend in der Person seines geliebten Jüngers, zur
Mutter gegeben. Durch die mächtige Fürbitte Marias wurde die Gabe des Heiligen
Gottes an Pfingsten auf die Kirche ausgegossen.“
„Nach der Himmelfahrt Jesu erfüllte
Maria ihren mütterlichen Auftrag in Fülle und durch den Schmerz der Einsamkeit
erwirkt sie Gnaden für die Kirche für alle Zeiten.“
Natürlich beschränkt P. Félix die
Verehrung für Maria weder auf den priesterlichen Aspekt in ihrem Weg noch auf
die Jahre ihrer Einsamkeit, sondern seine Verehrung umfasst die ganze
Bandbreite der katholischen Mariologie.
Und nun Ausschnitte von Texten, die
P. Pélix über die Verehrung der Mutter Christi geschrieben hat. Sie sind
größtenteils seinem Buch „MARIA“ entnommen.
„Ich schreibe ein Buch mit dem Titel
„MARIA“ (Ihr Leben, ihre Tugenden, ihre Gottesbeziehung). Ich möchte es als
Geschenk, wenngleich auch sehr klein, unserer geliebten Maria widmen und ich
hoffe, dieses Buch trägt dazu bei, dass mehr Menschen sie lieben.“ [77]
„Gegen Ende des Buches, nachdem ich
die vielen besonderen Gnaden, so viel mütterliche Güte und im besonderen ihre
innige Verbundenheit mit den drei Göttlichen Personen sah, habe ich mehr als je
die Erklärung über Maria vom Hl. Epifanius verstanden: Maria kann nie ganz
verstanden und durchdrungen werden, sie verbindet in sich das Göttliche und
Menschliche.“
„Von aller Ewigkeit hat Gott Maria
dazu vorherbestimmt – wie kein anderes Geschöpf – ganz eng mit der Erlösung der
Menschen, die Jesus Christus erwirkte, zusammenzuarbeiten, denn sie hatte
Anteil an der Menschwerdung, am Leiden und am Tod Jesu.“
„Da Maria von Gott für diese
göttliche Mutterschaft auserwählt war, entsteht zwischen dem menschgewordenem
Wort und der jungfräulichen Mutter eine innige Verbindung. Daraus erwächst
zwischen beiden eine Einheit von Vorrechten und Gnaden. Wegen dieser von Gott
ausgehenden Verbindung und wegen ihres vollkommenen Gehorsams gegenüber Gott,
nimmt Maria einen besonderen Platz in allen Geheimnissen des Erlösers
angefangen von Bethlehem über Kalvaria bis hin zur Aufnahme in den Himmel,
ein.“
„Es kann jeder für sich selbst
erkennen, wie wunderbar Maria ihr Priestertum umsetzt: in Nazareth willigt sie
aus freiem Willen zum ersten echten Opfer ein, welches an die Stelle der vielen
Brandopfer, die Gott nicht mehr will, tritt... Maria ist gleichsam der erste
Altar, auf dem Jesus sich Selbst für uns darbringt; in ihr beginnt die Messe,
die am Kreuz ihren blutigen Höhepunkt findet.“
„Oh, Jungfrau Maria, du hast ein
vollkommenes priesterliches Leben gelebt. Du hast das Opfer des neuen
Gottesdienstes empfangen. Mit der besonderen Kraft einer Mutter hast du es dem
Vater für die Sünden der Welt dargebracht. Als du uns deinen Jesus von
Bethlehem bis Kalvaria gegeben hast, hast du uns in Ihm Leben gegeben und daher
bist du Mutter von uns allen. Denn ist nicht die, die Leben gibt, eine Mutter?“
„Maria, da sie das von Gott am
meisten geliebte Geschöpf ist, hat zweifelsohne am meisten auf Erden gelitten.
Wir können die Tiefe ihres Leides nur verstehen, wenn wir die Tiefe ihrer Liebe
zu Jesus verstehen. Warum hat Gott es zugelassen, dass sie soviel leidet? Er
wollte in seiner liebenden Vorhersehung, dass Maria am innigsten mit allem mit
ihrem Sohn verbunden sei. Er wollte, dass sie mit Ihm den größten Verdienst für
ihren Gehorsam und ihre heroische Treue erhielt. So ist sie uns ein
immerwährendes Vorbild.“
„In der Hingabe auf Kalvaria ist
Jesus gleichzeitig Priester und Opfer. Er ist Opfer, weil er sterben muss, aber
er ist auch Priester, weil Er sich hingibt und selbst darbringt:“ Niemand
entreißt mir das Leben, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin.“ (Joh. 10,
18) Und auch Maria ist Opfer und Priester. Sie ist Priester, weil sie den Tod
ihres Sohnes, das auch ihr Opfer ist, für die Erlösung der Menschen annimmt.
Sie ist Opfer mit Christus, weil ihre Seele ein Schwert durchdringt und ihr
Herz unsäglich leidet, als sie das Martyrium ihres Sohnes sieht, den sie mehr
als ihr Leben liebte.“
„Wir können nicht danach fragen,
warum Jesus seiner Heiligsten Mutter das Miterleben seines so schrecklichen und
schmerzvollen Todes am Kreuz nicht ersparte. Es ist offensichtlich, dass Er sie
mit Seinem Leben und Seinem Werk auf innigste verbinden wollte und besonders
dann als die Erlösung der Menschheit vollzogen wurde. Maria nahm dies alles in
vollkommener Nächstenliebe an. Der Hl. Alfons Liguori drückt dies mit den
gleichen Worten aus wie der Hl. Johannes, wenn er über Gott den Vater spricht: ‚So
sehr hat Maria die Welt geliebt, dass sie ihren Sohn hingab, damit wir ewiges
Leben haben.’“
„Die Erlösung durch Jesus Christus
ist die einzig wahre, vollkommene und überreichliche Tat unserer Errettung. Es
muss der Hingabe Jesu nichts mehr hinzugefügt werden, damit wir gerechtfertigt
und erlöst werden. Es war Gottes Wille, uns durch Seine große Güte zu
Mitarbeitern Christi für sein erlösendes Werk zu machen. Der gleiche Jesus
sagt: ‚Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn
der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.’ (Matt. 9, 37-38)
„Auf eine bestimmte Weise sind wir
alle Arbeiter Gottes und arbeiten mit Christus an der Erlösung der Menschheit
mit. Einige tun dies mit Gebeten, andere durch ihre Hingabe, andere durch ihre
Lehre und wieder andere durch eine christliche Erziehung ihrer Kinder. So
nützen die Mühe und die Verdienste eines jeden Einzelnen dem Volk Gottes. Dies
ist das Dogma über die Gemeinschaft der Heiligen, das Teil des
Glaubensbekenntnisses ist. Dort heißt es, die geistlichen Güter, die alle
Gläubigen besitzen, zu teilen.“
Die Mutter Jesu hat wie niemand sonst
auf eine einzigartige und außerordentliche Weise mit Jesus für unsere Erlösung
gearbeitet. Daher trägt sie den Titel Miterlöserin.“
„Maria macht in ihrer Mutterschaft
gegenüber Jesus und uns keinen Unterschied, denn Jesus wollte, dass wir mit IHM
eins seien: Ein Weinstock mit vielen Reben. (Joh. 15,5) „Ihr aber seid der Leib
Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.“ (1 Kor. 12, 27)
„Ihr mütterliches Herz liebt uns
gleichermaßen wie Jesus, denn Jesus ist unser älterer Bruder und wir sind
weitere Kinder des Vaters. Die innige Verbundenheit mit Jesus ist Grundlage für
unsere Liebe zu Maria, unserer Mutter: ‚Unsere himmlische Mutter, die Mutter,
die uns am meisten liebt, unsere Mutter, die sich um uns sorgt.’“
Die Tatsache, dass wir Maria unsere
Mutter nennen, findet sich in den Dokumenten des II. Vat. Konzils bestätigt:
„Maria ist Mutter, was das Leben der
Gnade betrifft, denn sie hat in einer einmaligen Weise für die
Wiederherstellung unseres übernatürlichen Lebens mitgewirkt. Sie hat Christus
empfangen, geboren, ernährt, Ihn dem Vater dargebracht und mit Ihrem Sohn
gelitten, als dieser am Kreuz starb“
„Mit Recht also sind die heiligen
Väter der Überzeugung, dass Maria nicht bloß passiv von Gott benutzt wurde,
sondern in freiem Glauben und Gehorsam zum Heil der Menschen mitgewirkt hat.“
(LG 56)
„Zweifelsohne schulden wir unserer
irdischen Mutter viel. Aber erheben wir unsere Augen zu unserer himmlischen
Mutter, die uns noch mehr liebt als unsere irdische Mutter. Die Hl. Jungfrau,
die Mutter aller Heiligen, die Mutter Jesu ist auch die Mutter eines jeden
einzelnen von uns.“
„Auch nach ihrer Himmelfahrt wirkt
die Mutter Jesu und unsere Mutter weiterhin mit Christus an der Erlösung der
Gläubigen mit. Ihre Liebe, ihr Interesse und ihre Fürbitte für uns sind
umfassender und wirksamer geworden. Sie wird aus gutem Grund: unsere Anwältin,
unser Beistand, Helferin der Christen, Zuflucht der Sünder und unsere Mittlerin
vor ihrem Sohn genannt.“
„Ein Satz in Ihrem Brief hat mich
sehr tief berührt. Es ist ein Schrei nach Liebe und Dank an die selige
Jungfrau. Nachdem ich das Buch „MARIA“ geschrieben habe, liebe ich sie noch
mehr, denn ich habe sehr viel Interessantes über unsere geliebte Mutter im
Himmel gelesen. Seither widme ich, neben meiner üblichen Meditation, täglich
eine gewisse Zeit der Betrachtung über das Leben Marias. ‚Heute Morgen
reflektierte ich ihre Verbundenheit mit Jesus in ihrem kleinen Haus in Nazareth.’“[78]
„Wir suchen nach dem Willen Gottes.
In erster Linie müssen wir dies vor dem Hintergrund der Liebe tun. Und was
sollen wir da tun? Wir müssen Ihn mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit
ganzer Kraft lieben. Aber wir müssen auch seine Geschöpfe lieben, besonders
jene, die Er am meisten liebte. Der erste Platz dabei gehört der Mutter Jesu.“[79]
„Jesus ist uns Vorbild bezüglich
unserer Liebe zu Maria.“ Dies sagte P. Félix sehr oft.
„Ich bin Gott sehr dankbar, da ich
sah, dass ihr Ihn sehnlichst in eurem ganzen religiösen Leben als Missionare
vom Hl. Geist sucht. Aber unser Leben ist schwierig und wir brauchen oft Hilfe
dazu. Sucht diese ständige Hilfe im mütterlichen Herzens Marias.“
„Wenn ihr an der Eucharistie
teilnehmt, dann stellt euch neben die Mutter Jesu, dort am Fuße des Kreuzes, wo
der Hl. Johannes war. Maria wird euch lehren, das heilige Opfer darzubringen.
Versucht bereits auf Erden den Platz
im Herzens Marias einzunehmen, den ihr dort für alle Ewigkeit haben wollt.“[80]
„Oh Maria, meine geliebte Mutter. Ich
weihe mich dir mit der ganzen Kraft meiner Seele. Heute, morgen und alle Tage
meines Lebens möchte ich Dein sein, möchte ich mein Leben mit Deinem Leben
innig vereinen und deine Liebe, deine Reinheit und deine Demut nachahmen.“[81]
In einem Notizbüchlein wurde ein kurzer „Brief“ gefunden, den P. Félix an die seligste Jungfrau geschrieben hatte. Er ist auf den 29. März 1937 datiert, wenige Monate vor seinem Tod.
„Meine geliebte Mutter. Ich grüße dich mit der ganzen Liebe meiner Seele und möchte eine große Freude mit dir teilen. Ich fühle ganz klar, ganz stark, dass Jesus in seiner unendlichen Güte mich in einer besonderen Weise als Sein Eigentum angenommen hat, damit ich mich in meinen letzten Tagen verwandle und der Gnade Gottes treu bleibe. Ich schreibe dir, meine Mutter, um dich in aller Demut um Hilfe zu bitten, damit ich auf die Liebe Jesu vollkommen antworte. Mit dir vermag ich alles! Dein Sohn Félix, der dich so sehr liebt und dich um deinen Segen bittet.“
P. Félix fasste seine Spiritualität
folgendermaßen zusammen:
„Hostien zu Ehre des Vater zu sein,
In Verbindung mit Jesus und Maria,
Durch den Hl. Geist,
Zur Erlösung der Menschen.
Schließen wir dieses Kapitel mit einem sehr
schönen Zitat von Papst Paul VI ab:
„Da Maria einen besonderen Platz im Heilsplan
Gottes einnimmt, gebührt ihr auch eine besondere Art der Verehrung. Die innige
Verehrung Marias trennt uns in keiner Weise von der einzigen Quelle der
Wahrheit, des Lebens und der Gnade, die Christus ist. Im Gegenteil, sie führt
uns zu Ihm, vereinigt uns mit Ihm und macht uns Ihm ähnlich. Die Verehrung
Marias ist nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel, um uns zu Christus zu führen
und uns so mit dem Vater in der Liebe des Heiligen Geistes zu verbinden.“ [82]
[1] Brief nach Rom, 15. Aug. 1936
[2] Brief nach Rom, 11. Febr. 1934
[3] Brief an die Schwesterngemeinschaft „Töchter vom Hl. Geist“, 12. Jan. 1924
[4] Zeitschrift „Das Kreuz“, Nov. 1927
[5] Brief an die Schwesterngemeinschaft „Töchter vom Hl. Geist“, 14. Juni 1924
[6] Joh. 14.10
[7] Joh. 6, 44
[8] Brief nach Rom, 23. Jan. 1932
[9] Brief an P. Alvarez, 19. Dez. 1920
[10] Brief an die Schwesterngemeinschaft „Töchter vom Hl. Geist“, ohne Datum
[12] Vortrag für die Studenten, 18. April 1924
[13] Zeitschrift „Das Kreuz“, Dez. 1927
[14] persönliche Aufzeichnungen, 31. März 1935
[15] persönliche Aufzeichnungen, 16. Juni 1932
[16] Vortrag vor Studenten, 24. Juni 1932
[17] persönliche Aufzeichnungen, ohne Datum
[18] Brief an die Schwesterngemeinschaft „Töchter vom Hl. Geist“, Okt. 1924
[19] Datum unbekannt
[20] Datum unbekannt
[21] Datum unbekannt
[22] Datum unbekannt
[23] Datum unbekannt
[24] Datum unbekannt
[25] Vortrag vor den Novizen, 14.Sept. 1932
[26] an die Schwesterngemeinschaft „Töchter vom Hl. Geist“, 3. März 1929
[27] persönliche Aufzeichnungen, 2. Sept. 1929
[28] Brief an die Studenten in Rom, 1. Aug. 1930
[29] persönliche Aufzeichnungen, 17. April 1924
[30] persönliche Aufzeichnungen, 14. Nov. 1921
[31] An die Studenten in Rom, 13. Jan. 1932
[32] An die Studenten in Rom, 25. Okt. 1931
[33] Vortrag vor Studenten, 7. Jan. 1929
[34] An die Studenten in Rom, 20. Juni 1931
[35] An die Studenten in Rom, 13.April 1929
[36] zu einem Mönch, 20. Sept. 1928
[37] Entwurf der Ordensregel, 1929
[38] Vortrag vor Novizen, 9. Febr. 1930
[39] Vortrag vor Novizen, 9. Febr. 1930
[40] An die Studenten in Rom
[41] Vortrag vor Studenten, 17. Jan. 1932
[42] 25. Dez. 1932
[43] Kommentar zu den Ordensregeln, 15. April 1934
[44] Brief an einen Priester, 20. März 1934
[45] Brief an P. José M. Ganzález, 19. März 1919
[46] Vortrag vor Novizen, 6. Sept. 1918
[47] Brief an die Studenten in Rom, undatiert
[48] An den Missionar, 3. Dez. 1923
[49] An Peter V. Móndez, 17. Dez. 1923
[50] An eine Ordensfrau, 22. Juni 1924
[51] An eine Ordensfrau, 6. Dez. 1928
[52] An die Studenten in Rom, 5. Mai 1930
[53] Exerzitien, 4. Nov. 1925
[54] Exerzitien, 22. April 1934
[55] Brief nach Rom, undatiert
[56] Ordensregeln, Nr. 48
[57] Ordensregeln, Nr. 96
[58] An die Studenten in Rom, 29. April 1934
[59] Rede an die Novizen, 14. Okt. 1924
[60] Zeitschrift ‚Das Kreuz’, Januar 1927
[61] Gespräch mit Sudenten, 12. Okt. 1932
[62] aus einem Notizbuch, undatiert
[63] Zeitschrift „Pentecostes“, April 1924
[64] Handreichung über die Hingabe an den Hl. Geist.
[65] Exerzitien für die Novizen 1929
[66] Das Kreuz, Nov. 1927
[67] Gespräch mit einer Gruppe von Priestern, Okt. 1931
[68] Notizen für ein Gespräch, undatiert
[69] an eine Ordensfrau, 6. Febr. 1931
[70] an die Studenten in Rom, 1. Juli 1930
[71] Ebd. 24. Jan. 1931
[72] Ebd. 8. April 1934
[73] Ordensregel, Nr. 202
[74] Ordensregel, Artikel 2
[75] Ordensregel, Artikel 8
[76] Handbuch für die Familie des Hl. Geistes
[77] Rom, 6. Oktober 1934
[78] Brief an einen Studenten, 23. August 1936
[79] Vortrag vor den Novizen, 8. Mai 1932
[80] Brief an einen Bruder, 12. April 1936
[81] Vortrag vor Studenten der apostolischen Schule
[82] Vortrag, 21. November 1964